Was zeichnet gute Eishockeyschuhe aus?

Nicht jeder Schlittschuh, der vom Hersteller als „gut“ oder „perfekt“ angepriesen wird, erfüllt diese Ansprüche auch. Vielmehr kommt es hier darauf an, das ideale Schuhmodell für den jeweiligen Bereich zu finden.

  1. Einwandfreier Halt an Fuß und Schienbein
  2. Idealerweise doppelte Verschlusstechnik (Bändel und Schnellverschluss)
  3. Polster an Knöchel, Zehen und Einstieg
  4. Kufe aus Aluminium (Höchste Lebensdauer, leichte Reinigung)

Eishockey-Marken: Diese renommierten Hersteller können wir empfehlen!

  • Bauer
  • CCM
  • Graf
  • Easton
  • True / VH
  • T-Blade
  • Reebok
  • K2
  • Roces
  • Head
  • Fila
  • Cantop
  • Chaya

Allgemeines zu Eishockeyschlittschuhen

Eishockeyschlittschuhe dienen zumeist dem Eishockey oder artverwandten Spielen, werden jedoch auch gerne von Läufern verwendet, welche die wendigen Laufeigenschaften schätzen. Bis in die 1980er Jahre waren Eishockey-Schlittschuhe aus Leder und hatten eine Kufe, die vollständig aus verchromten Stahl war. Bezüglich der Bauweise gibt es heute eine Vielzahl von Versionen, die zumeist nur noch die Kufenform gemeinsam haben. Kufen mit entsprechenden Eigenschaften sind älter als die Sportart selbst. Am stärksten unterscheiden sich Verleihschlittschuhe von üblichen Eishockeyschlittschuhen, da sie einen Ratschenverschluss und eine Hartschale haben (die dynamischen Eigenschaften werden dabei stark begrenzt). Allgemein hat sich die Form des bis über das Fußgelenk reichenden angearbeiteten Schnürstiefels bis in die Gegenwart erhalten, die Schnürung ermöglicht eine präzise Anpassung an den Fuß. An Materialien kommen meist hochwertige Kunststoffe (Kevlar, ballistischer Nylon, Spezialkunststoffe) mit zusätzlichem Fersen- beziehungsweise Achillessehnen-Schutz zum Einsatz und etwa 5 mm dicke Stahlkufen mit Hohlschliff in Quer- und einer leichten Krümmung in Längsrichtung. Typisch für Eishockeyschlittschuhe sind kurze Modellzyklen, und mitunter optisch ähnliche Modelle in verschiedenen Qualitätsstufen. Als Vergleich wird daher häufig das Gewicht herangezogen, welches heutzutage bei rund 650 bis 800 Gramm pro Schuh liegt, wobei noch die Schuhgröße zu berücksichtigen ist. 2012 wurde mit dem Bari Rookie ein Straßenstiefel produziert, der an Eishockeyschlittschuhen angelehnt war.

Kufen

Die Kufen sind mit Nieten mit dem Stiefel verbunden. Eishockeykufen sind auf Wendigkeit ausgelegt, weshalb sie kürzer sind als die auf Geschwindigkeit ausgelegten Eisschnelllaufkufen. Entscheidend für die Wendigkeit ist der Rocker und der Hohlschliff der Kufen.

Rocker

Der Rocker beschreibt die Länge der Aufstandsfläche, die sich aus der Längskrümmung ergibt. Je kürzer die Aufstandsfläche, desto wendiger und instabiler gegen das Kippen nach vorn und hinten wird der Schuh. Stürmer nutzen daher kürzere Rocker für enge Kurven, Verteidiger eher längere Rocker um die Standfestigkeit zu erhöhen.

Radius des Hohlschliffs

Die Kufen werden mit einem Hohlschliff geschliffen, sodass sie nur mit den beiden Kanten auf dem Eis stehen. Das Maß des Schliffs ist der Radius des Kreises, der in den Hohlschliff passen würde. Je kleiner der Radius, desto schärfer ist die Kufe. Zur Wahl des Radius können auch das Gewicht des Läufers die Eishärte (je weicher das Eis desto größer der Radius) und die Laufweise berücksichtigt werden.

Eishockeytorhüter

Die Torhüterschlittschuhe des Eishockey sind im Knöchel tiefer geschnitten als Eishockeyschlittschuhe. Der Schwerpunkt ist sehr niedrig. Der Stiefel selbst ist mit gehärtetem Kunststoff ummantelt, der als „Cowling“ bezeichnet wird und die Zehen, Knöchel und Ferse vor Schüssen schützt. Die Kufe ist normalerweise länger und weniger gerundet.

Funktionsweise von Schlittschuhen

Zwischen den Schlittschuhkufen und dem Eis bildet sich eine dünne Schicht flüssigen Wassers. Durch diese Wasserschicht ist die Gleitreibung in Richtung der Kufen sehr gering. Eis besitzt bei 0 °C eine einige Nanometer dicke Flüssigkeitsschicht an der Oberfläche, die zu tieferen Temperaturen hin dünner wird.[2] Diese Schicht ist jedoch bei weitem zu dünn, um die niedrige Reibung zu erklären. Durch Reibung während der Bewegung entsteht jedoch genug Wärme, dass lokal das Eis schmilzt und eine ausreichend dicke Flüssigkeitsschicht bildet.[3] Dieser Prozess reguliert sich selbst. Sobald eine hinreichend dicke Flüssigkeitsschicht vorhanden ist, vermindert sich mit der Reibung auch die Entstehung weiterer Wärme. Zu dieser Erklärung passt, dass eine ruhende Schlittschuhkufe eine deutlich spürbare Haftreibung gegenüber dem Eis zeigt. Da sich das Gewicht des Läufers auf eine kleine Fläche konzentriert, entsteht an den Kufen ein hoher Druck, der die Kanten der Kufen ein wenig in die Eisoberfläche eindrückt. Die dadurch entstehende „Rille“ im Eis hindert die Kufe daran, seitlich wegzurutschen. Bei schräg gestelltem Schuh kann sich das Bein gegen diesen Widerstand abstützen um die Kraft zum Antrieb einzusetzen. Die stetige Fortbewegung wird erreicht durch abwechselndes Abstoßen mit dem Schlittschuh an einem Bein und Gleiten auf dem jeweils anderen Fuß. Da der Reibungswiderstand auf der Flüssigkeitsschicht sehr viel geringer ist als auf festen, trockenen Materialien, wird dabei mit relativ geringem Krafteinsatz eine hohe Geschwindigkeit erreicht.

Geschichte des Schlittschuhs

Wann und wie es Menschen eingefallen ist, eine schnelle und einfache Bewegung auf gefrorenen Eisflächen auszunutzen, ist nicht genau geklärt. Gesicherte Überlieferungen gibt es hierzu nicht. Da Jagdbeute nicht nur Fell und Fleisch, sondern auch Knochen, die man dann zur Anfertigung verschiedener Instrumente benutzte, bedeutete, ist eine Erfindung im Zuge der Jagdtechnik nicht unwahrscheinlich. Schlittschuhe aus Tierknochen waren in Russland, Skandinavien, Großbritannien, Deutschland, der Schweiz und anderorts zu finden. Ureinwohner Sibiriens liefen auf Walrosszähnen, in China benutzte man Bambusruten. Skandinavische Sagen wie die Edda erzählen von Eisspielen aus der Zeit des norwegischen Königs Sigurd Jorsalfari. Die Asen der germanischen Mythologie beherrschten die Eislaufkunst, und selbst die Aufnahme des Christentums zwang Nachkommen der mutigen Männer nicht dazu, mit der „göttlichen“ Bewegungsart aufzuhören.

Knochenschlittschuhe

Anfang des 20. Jahrhunderts grub man in Frankreich etwa 60 cm lange Mittelhandknochen von Rindern aus. Seitliche Teile dieser Knochen waren abgeschliffen, deshalb vermutet man, dass sie als Schlittschuhe dienten. Ihr Alter schätzt man auf etwa 20.000 Jahre. Älteste Funde, die sich mit größerer Sicherheit als Schlittschuhe identifizieren lassen, datieren etwa aus der Zeit von 3000 v. Ch. Sie waren aus Unterschenkelknochen verschiedener Tiere gefertigt. Pferde-, Rinder- oder Rentierknochen wurden gespalten, flachgeschliffen, durchbohrt und an den Sandalen befestigt. Mit einem Speer oder mit zwei zugespitzten Stöcken stemmte man sich ins Eis und erzielte so beachtliche Geschwindigkeiten. Solche „Schlittschuhe“ wurden in wiederentdeckten Seebauten auch in der Schweiz gefunden, jedoch fast in allen europäischen Regionen benutzt. Einer der ältesten Schlittschuhe der Welt ist wahrscheinlich ein Knochenschlittschuh aus Veselí u Trnavy (Slowakei). Der britische Archäologe V. G. Childe schätzte sein Alter auf 5000 Jahre. Weitere einzigartige Schlittschuhe, die etwa 4000 Jahre alt sind, wurden in der Nähe des antiken Rom gefunden. Ähnliche Unikate fand man auch in den skandinavischen Ländern und in der Schweiz. In Mitteleuropa dienten zunächst vor allem Schweinefußknochen, die mit Lederriemen an den Füßen befestigt wurden, als Gleithilfen auf dem Eis. Die dafür verwendeten Knochen des Schweins erhielten davon die Bezeichnung „Eisbein“. Im 18. Jahrhundert wurden in London noch mit Riemen befestigte Knochenschlittschuhe verwendet, auch in Norwegen und Island waren sie bis ins 19. Jahrhundert in Gebrauch. Jene Knochenschlittschuhe, welche so groß waren wie diese kleinen Knochenschlitten, hießen altnordisch Skidi oder Öndrun.

Hölzerne Schlittschuhe mit Eisenkufen

In größerem Ausmaß begann man im 14. Jahrhundert in Europa, vor allem in den Niederlanden, hölzerne Schlittschuhe zu benutzen. Der Untersatz, in der Fußform, wurde aus Holz gefertigt und ein Eisenbeschlag zuerst flachliegend, später in Hochkantlage eingefasst. Mit dem Schuh verband man sie mit Lederriemen. Zur Bewegung (zum Anlauf) benutzte man Stöcke. Noch 1863 berichtete eine Zeitschrift von verschiedenen Kufen („Schienen“), die an Brettchen montiert für verschiedene Laufeigenschaften besser oder schlechter geeignet waren, darunter die Dicke, die Länge und die Krümmung der Kufe.

Stahlkufen zum Umschnallen

Älteste Stahlschlittschuhe, deren Alter auf 2000 Jahre geschätzt wird, wurden in einer Erzgießereiwerkstatt eines keltischen Meisters gefunden und befinden sich im Museum in Budapest. Etwa um das Jahr 1500 begannen die Niederländer Kufen mit zwei Kanten und einer Nut dazwischen zu benutzen. Der Eisläufer konnte sich nun ohne Stöcke bewegen. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Schlittschuh mittels einer Schraube im Absatz befestigt. Es bewährten sich auch die Befestigung mittels Schrauben an der Seite der Sohle und des Absatzes von A. Stotz in Stuttgart und die „Halifaxsche Verbesserung“, welche einen Spannhebel benutzte. Diese Schlittschuhe hielten so fest wie die Sohle selbst, ohne den Fuß zu drücken. Diese Kufen wurden noch bis in die 1950er Jahre benutzt.

Fest mit dem Schuh verbundene Metallkufen

Mitte des 19. Jahrhunderts wurden in Skandinavien Stahlkufen verwendet, bei denen die Sohle in Holz eingelassen war. Sie wurden mit Kreuzriemen oder als Schnürschuh befestigt. 1865 erstellte der amerikanische Eiskunstläufer Jackson Haines Ganzmetall-Schlittschuhe, die direkt mit der Schuhsohle verbunden waren. Dies kann als die weitestgehende Innovation angesehen werden. Später begann der schwedische Eiskunstläufer und 10-fache Weltmeister Ulrich Salchow Schlittschuhe mit Zähnen zu benutzen, die kräftige Abstöße zum Laufen und Springen ermöglichten. 1907 kam der russische Eiskunstläufer Panin mit einem neuen Schlittschuhmodell, das im Gegensatz zu Salchows niedriger war; auch die Zähne waren etwas untergelegt. Darüber hinaus war dieses Modell leichter als das vorherige.