Inlinehockey ist eine Sportart, bei der zwei Mannschaften mit je fünf Spielern (vier Feldspieler und ein Torwart) gegeneinander spielen. Das Ziel des Spiels besteht darin, den Puck mit dem Schläger in das gegnerische Tor zu schießen und damit ein Tor zu erzielen. Es gewinnt die Mannschaft, die nach Ablauf der Spielzeit (zweimal 25 Minuten) die meisten Tore erzielt hat. Die Sportart ist aus dem Eishockey entstanden und teilt mit diesem wesentliche Eigenschaften, Regeln und die Ausrüstung.

Der Sport ist auf internationaler Ebene durch World Skate (ehemals: FIRS) und die Internationale Eishockey-Föderation (IIHF) organisiert.

Die Verbreitung der Sportart steht in Wechselwirkung zum Eishockey und dem Interesse die Sportart unabhängig von dem Vorhandensein von Eisflächen zu betreiben, dies zeigt sich an der Beliebtheit in den USA, Kanada und Tschechien. In den USA gibt es die Professional Inline Hockey Association, die National Roller Hockey League und die Major League Roller Hockey.

Dass langfristig die Beliebtheit in Regionen steigen würde, in denen Eisflächen weitaus weniger vorhanden sind, ist heute schon abzusehen, etwa in Italien, Spanien, Südafrika und Namibia. Als spielerisch stärkste Nation in Europa gilt Frankreich.
Inlinehockey in Deutschland

Etwa ein Jahr nach der Gründung erster Vereine, starteten Landesligen im Jahr 1995, auf Bundesebene wird der Sport seit 1998 betrieben. Der damalige Rollsportbund (heute DRIV) fühlte sich für Inline-Skating nicht verantwortlich, sah darin eventuell eine Konkurrenz zu seinem Rollhockey (später Inline-Skaterhockey)-Angebot. An dessen Stelle traten dann andere Initiativen: Der Hessische Ski-Verband gründete die Hessische Inlinehockey-Liga (HIHL und DIHB Deutscher Inlinehockey-Bund) und der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) gründete die Deutsche Inline-Hockey-Liga (DIHL), weiterhin entstand der Deutsche Inline Verband (DIV). Der Rollsportbund reagierte mit einer Umbenennung zu Deutschen Rollsport- und Inline-Verband (DRIV) und erklärte sich auch für Inlineskating und Inlinehockey zuständigt.

Schließlich schloss sich der DIV dem DRIV an und der Deutsche Eishockey-Bund die Deutsche Inline-Hockey-Liga legte sein Angebot mit der IHD-Bundesliga (Inlinehockey-Bundesliga) des Deutschen Rollsport- und Inline-Verband (DRIV) zusammen.

Seit 1997 findet jährlich das Inlinehockey-Festival in Düsseldorf statt. In Mellendort gibt es für Hobbyteams den „Veltins Inline Cup“ (vorher „Wolters Inline Cup und davor Gilde Cup“). Die IIHF-WM fand schon mehrmals in Deutschland statt, darunter in Nürnberg und 2013 in Dresden.

Wenngleich es ein vielfältiges Angebot gibt, das vom Schulsport bis hin zu Landesligen und überregionalen Ligen reicht, und die Nachfrage vorhanden ist (beispielsweise hat „Die Players Liga“ in Mannheim 17 Vereine im Inlinehockey) bleibt der Sport nichtzuletzt aufgrund der geringen medialen Berichterstattung in der Öffentlichkeit nahezu unbekannt, selbst die IIHF-WM ist davon betroffen.

Der DRIV ist von World Skate (ehemals: FIRS) anerkannt und stellt Mannschaften für vom Internationalen Olympischen Komitee anerkannte internationale Begegnungen.

Im DRIV gibt es neben der Sportkommission (Fachsparte) für Inline-Hockey auch eine für Inline-Skaterhockey. Diese Sportart ist auf nationaler Ebene verbreiteter als Inlinehockey, einerseits weil sie (vom Rollhockey kommend) älter ist, aber vor allem weil in den meisten Turnhallen in Deutschland keine Pucks erlaubt sind, jedoch die Sportart Inline-Skaterhockey (mit Ball) in diesen ausgeübt werden kann.
Inlinehockey in der Schweiz

Deutschschweizer Vereine machen im Begriff keinen Unterschied und nennen auch die Sportart Inline-Skaterhockey ebenfalls Inlinehockey. Gespielt wird hauptsächlich auf Spielfeldgrössen von 60×30m oder 40×20m. Nur in Ausnahmefällen gibt es dazwischenliegende. Die Verbände sind getrennt organisiert. Während es nur einen 60×30m-Verband in der Schweiz gibt, existieren im 40×20m-Bereich verschiedene Verbände. Die verschiedenen Ligen:

SIHV Schweizerischer Inline Hockey Verband (Schweiz. Verband auf 40×20m-Spielfeldern mit Ball)
IHS Inline Hockey Schweiz (Schweiz. Verband auf 60×30m-Spielfeldern mit Puck)
RIHL Regional Inline Hockey Liga (Regionale Liga, Grossraum Luzern)
FSHBR Fédération Skater Hockey Broyard (Regionale Winterliga, Romandie)
Schweizer Inlinehockey Pokal (Wintermeisterschaft auf 60×30m-Spielfeldern)

Inlinehockey in Österreich

Die Inlinehockey-Liga des Wiener Eishockeyverbandes (WIHL) ist in zwei Klassen aufgeteilt und wird zum Unterschied der Liga des ÖRSV mit Puck und auf Eishockeyfeldgröße gespielt. Des Weiteren organisiert der Eishockeyverband eine Bundesliga, in der vor allem Eishockeyspieler der höheren Spielklassen vertreten sind. | Der Bereich Inline-Skaterhockey wird in Österreich von der ISHA (Inline Skaterhockey Austria) organisiert. Hierbei gibt es drei Klassen: die Österreichische Bundesliga, die Nationalliga welche ebenfalls Österreich weit betrieben wird, sowie die Landesliga diese ist jedoch regional aufgeteilt. Derzeit gibt es eine Landesliga Wien/Niederösterreich, eine für Burgenland/Steiermark, sowie eine in Oberösterreich. Stand: 28. Juli 2011
Wettbewerbe
Szene aus dem Inlinehockeyspiel Slowakei gegen Tschechien während der Weltmeisterschaft 2011

Siehe auch: Inlinehockey-Weltmeisterschaft

So wie die nationalen Meisterschaften von unterschiedlichen Verbänden organisiert werden, finden auch von den unterschiedlichen internationalen Sportföderationen verschiedene Weltmeisterschaften statt. So organisiert einerseits World Skate (ehemals FIRS) Weltmeisterschaften für Frauen und Männer, andererseits die Internationale Eishockey-Föderation IIHF-Weltmeisterschaften für Männer.

Europameisterschaften werden bislang genauso wie Junioren- und Frauenweltmeisterschaften sowie Kontinentalpokale der Landesmeister nur von der FIRS ausgetragen. Zumindest die Juniorenweltmeisterschaften und die Pokalturnier der Landesmeister Europas und Südamerikas sind jedoch bereits bei der IIHF in Planung.

Vom Internationalen Olympischen Komitee wird nur Worldskate als Träger des Inlinehockey-Sports anerkannt, weshalb für die vom IOC veranstalteten World Games, bei denen Inlinehockey seit 2005 vertreten ist, eine Nationalmannschaft vom DRIV zusammengestellt wurde.
Spielprinzip und Ausrüstung
Spielszene aus England

Inlinehockey wird von zwei Mannschaften mit je 4 Feldspielern und einen Torwart gespielt. Die Spielzeit beträgt 2 × 25 Minuten oder 4 × 12 Minuten.[3]

Ziel des Spieles ist es, den Puck öfter in das gegnerische Tor zu befördern, als es der Gegner schafft. Diese befinden sich in der Mitte der beiden kurzen Seiten des Spielfelds. Bewacht werden sie von einem besonderen Spieler der jeweiligen Mannschaft, dem Torwart. Die anderen Spieler jeder Mannschaft werden Feldspieler genannt.

Die geringere Anzahl an Spielern im Gegensatz zum Eishockey, bei unwesentlich geringerer Fläche, erhöht die Wahrscheinlichkeit von Toren, weiterhin gibt es weder Abseits noch unerlaubte Befreiungsschläge. Inlinehockey ist jedoch körperlich wesentlich anstrengender, aufgrund der Reibung auf dem Asphalt.[4]

Um Verletzungen vorzubeugen, ist eine spezielle Schutzausrüstung vorgeschrieben. Da die Torhüter durch die auf das Tor abgefeuerten Schüsse einer erhöhten Gefahr ausgesetzt sind, haben sie eine noch umfassendere Schutzausrüstung.
Spielfläche
Spielszene aus einem Länderspiel

Es existieren drei Spielflächengrößen: Es gibt das 60 × 30 m Spielfeld, das 50 × 25 Spielfeld (ebenfalls mit der 1,25 m hohen umlaufenden Eishockey-Bande) und das kleinere 40 × 20 Spielfeld. Abweichungen sind dazwischen möglich solange das 1:2 Seitenverhältnis gewahrt bleibt. Die Abweichungen haben historische Gründe: Das größte Spielfeld resultiert aus dem Anliegen auf abgetauten oder stillgelegten Eisflächen nach dem Eishockey ein Folgeangebot zu schaffen, während das kleinste der Infrastruktur anderer Sportarten entsprach. Neue Spielfelder werden in der Regel in 50 × 25 angelegt.

Der Bodenbelag ist aus Holz, Kunststoff oder Zement.[5] Der Bodenbelag kann auch in Polypropylen-Kunststoff verlegt werden in Form von gelochten Einzelfliesen (Maße, je 300 × 300 × 14 mm)[6] Feinasphalt mit einer Körnung von 0 – 5 mm wurde früher ebenfalls verwendet, wobei diese Felder häufig nachträglich mit einer Epoxidbeschichtung überzogen wurden.
Puck
Inline-Hockey Puck „Franklin Commander“

Der Puck ist aus Hartgummi und wiegt ca. 100–120 Gramm, die Maße betragen 7.50 – 8 cm (3″– 3’1″) im Durchmesser und 2 – 2.54 cm (¾“–1″) in der Materialstärke. Als Farbe hat die IIHF lediglich „dunkel“ (dark) festgelegt[7] und setzt in deren Länderspielen und Wettbewerben einen schwarzen Puck ein, in den europäischen Ligen haben sich rote Pucks durchgesetzt.

Größter Unterschied zum Eishockey-Puck ist die Beschaffenheit der Oberfläche, auf dieser befinden sich zur Reibungsreduzierung auf festen Untergründen beidseitig 6 Gleitnocken, die mit der Zeit abschleifen. Dieses Konstruktionsprinzip ist 1971[8] und[9] 1987 in den USA patentiert worden. Große Verbreitung haben der „Franklin Commander“ aus den USA der 110 Gramm wiegt und der „Stilmat“ aus Tschechien, der 100 Gramm wiegt. Verschiedene Pucks sind als lizenzierte Produkte z. B. vom IIHF, der NHL, der RHI und dem IHD erhältlich, in den unlizenzierten Ausführungen sind diese in der Regel preislich günstiger. Die Pucks dürfen herstellerseitig nicht bei einer Raum- oder Außentemperatur unter 10 °C eingesetzt werden. Nicht zu verwechseln sind die Inlinehockey-Pucks mit den ebenfalls erhältlichen Pucks zum Trockentraining beim Eishockey, wie dem „Green Biscuit Snipe“.
Inline-Skates
Inline-Skates „Reebok 11k“ von 2011 mit Pumpsystem

Hockeyskates bestehen aus einem harten, vom Eishockey übernommenen Schnürschuh mit harter Schuhspitze, bei dem an Stelle der Kufe die Inline-Schiene montiert ist. Hersteller von Schlittschuhen wie Bauer und CCM bieten jeweils Parallelmodelle an zu den Schlittschuhen, es gibt aber auch auf Inlinehockey spezialisierte Marken, darunter Mission, Tour und Labeda.

Die ersten Inlinehockey-Skates hatten Schienen mit je 4 gleichen Rollen an jedem Schuh (lediglich bei kleinen Bambini-Größen gibt es eine Drei-Rollen-Variante) in 72, 76 oder 80 mm Durchmesser, durchgesetzt hat sich mittlerweile die „Hi-Lo“-Konfiguration aus je zwei niedrigen Rollen vorne und zwei höheren hinten, diese wurde am 12. Juli 1996 von Jon G Wong in den USA zum Patent angemeldet und von Mission vermarktet.[10] Es gibt mittlerweile auch Schienen mit einer „Tri-Di“-Möglichkeit, die es erlaubt drei Rollengrößen an einer Schiene zu montieren, z. B. in der Konfiguration 80-76-76-72 mm. Bei der unterschiedlichen Größe steht die Ferse etwas höher und der Spieler kommt in eine leichte Vorlage, um einen optimalen Antritt umzusetzen. Generell ist anders als bei den Softboots kein Bremsklotz vorgesehen. Inlinehockeyrollen sind wesentlich weicher als Straßenrollen und haben daher mehr Abrieb, es gibt welche unterschiedliche für Innen- und Aussenanwendungen.