Warum ein Mundschutz im Eishockey wichtig ist

Eishockey ist ein weltweit beliebter Sport, der von mehr als 1,5 Millionen Menschen jährlich gespielt wird. Das Spiel ist schnell und herausfordernd, es kann jedoch – ohne der richtigen Schutzausrüstung – auch gefährlich sein:

Bevor Helme und Gesichtsmasken auf den Markt kamen betrugen Kopfverletzung einen Anteil von 50% aller schlimmen Eishockey Verletzungen.

Verletzungen, die durch einen Schläger verursacht werden haben einen Anteil von 75% aller Zahnverletzungen im Eishockey.

Eishockeyspieler haben im Durchschnitt eine 10-prozentige Wahrscheinlichkeit sich ein Mal pro Jahr zu schwerer zu verletzen.

Ein historischer Exkurs zur Geschichte von Gesicht- und Mundschutz im Eishockey:

In den Anfangsjahren des Eishockeypiels spielte Schutzausrüstung eine untergeordnete Rolle. Während das Spiel immer schneller und die Checks härter wurden, machte sich das Bedürfnis nach einer vernünftigen Schutzausrüstung breit. Spieler waren bereit Schoner, Helme, Gesichtsmasken oder einen Mundschutz – auch Zahnschutz genannt- zu tragen.

Der erste professionelle Spieler, der eine Gesichtsmaske trug, war Clint Benedict. Seinerzeit Torwart bei den Montreal Maroons nachdem ihn im Januar 1930 ein Puck im Gesicht traf und ihn für mehrere Wochen zum Zuschauen verbannte. Als er schließlich zurückkehrte und in einem Spiel gegen die New York Rangers auflief, trug er etwas, das einem Boxing-Sparring-Helm ähnlich war.
Leider setzte sich dieser Trend nicht unmittelbar durch. Benedict selbst trug die Maske nicht weiter und es dauerte nahezu drei Jahrzehnte, bis sich ein Spieler wieder mit einem Kopf- oder Gesichtsschutz blicken ließ.

Der entscheidende Moment kam am 1. November 1959 als ein Puck den Torwart der Montreal Canadiens, Jacques Plante, im Gesicht traf und ihm die Nase brach. Er wurde schnell zusammengeflickt und weigerte sich jedoch wieder ins Spiel zurückzukehren, wenn er nicht einen Gesichtsschutz bekäme. Plante entwickelte daraufhin eigenständig Torwartmasken für sich selbst und andere wodurch der Weg für die Schutzausrüstung wie wir sie heute kennen, geebnet wurde.

Die Rolle des Mundschutzes

Denkt mal darüber nach: Ein Puck wiegt etwas 170 Gramm und kann Geschwindigkeiten von bis zu 170 km/h erreichen. Das kann eine Menge Schaden verursachen, wenn z.B. Deine Zähne im Weg sein sollten.
Der erste Eishockey Mundschutz war nicht überraschend die Erfindung eines Kanadiers Arthur Wood war sowohl Trainer als auch Zahnarzt und war schockiert darüber, wie viele Eishockeyspieler bereits schon im Kindesalter regelmäßig mit ausgeschlagenen oder abgebrochenen Zähnen zu ihm in die Praxis kamen. Zusammen mit seinem Trainerkollegen Charlie Patterson entwickelte er einen Mundschutz für Eishockeyspieler und sorgte dafür, dass ein Mundschutz verpflichtend wurde, als er Vorstand der Cooksville Hockey Association wurde.

Heute gehört ein Mundschutz zur Standardausrüstung von Eishockeyspielern aller Alters- und Leistungsstufen. In vielen Ligen sind Spieler gar verpflichtet, einen Mundschutz zu tragen. Heute tragen rd. 90% aller Spieler in der NHL einen Zahnschutz obwohl die Liga dies nicht verpflichtend vorschreibt.

Benötigt man beim Eishockeyspielen einen Mundschutz?

Niemand möchte schon unnötig einen Zahnverlust riskieren oder Schmerzen erleiden. Das Tragen eines Mund- und Gebiss-Schutzes ist für jeden Eishockeyspieler empfehlenswert! In bestimmten Ligen ist dies bereits seit mehreren Jahren Pflicht. Grundsätzlich gibt es viele Situationen im Spiel oder im Training, welche zu einer Verletzung des Gebisses oder der Zähne führen kann. Zahlreiche Eishockeyspieler haben beim Training durch einen Schlag oder den Aufprall eines Pucks schon mal einen Zahn verloren. Wir bieten Ihnen verschiedene Mundschutz Verianten in vielen unterschiedlichen Farben und Materialien. Ob in Rot, Blau, Grün oder Orange – hier haben Sie die freie Auswahl!

Allgemeine Definition

Ein Mundschutz (auch Boxerschutz, Zahnschutz, Sportschutz) bedeckt die Zähne und Teile des Kieferknochens, um Verletzungen von Zähnen (Frontzahntrauma), Kieferknochen, Lippen und Zahnfleisch zu verhindern beziehungsweise den Grad von Verletzungen zu verringern. Mundschutze werden im Amateur- und Profisport eingesetzt. Beim Football wird durch den Mundschutz jedoch das Risiko einer Gehirnerschütterung vermindert und nicht – wie viele fälschlicherweise denken – zum Schutz des Kiefers, der Zähne, der Lippen oder des Zahnfleisches. Denn durch den harten Aufprall des Ober- und Unterkiefers entsteht eine so große Druckwelle, dass es zu einer Gehirnerschütterung kommt.

Anforderungen an einen Mundschutz beim Eishockey

  • Bedecken der Zahnreihen und des Zahnfleisches im Ober- oder Unterkiefer
  • Keine Beeinträchtigung des Bisses oder der Kieferstellung
  • Kein Einfluss auf die sportliche Leistungsfähigkeit
  • Keine Beeinträchtigung der Atmung und der Sprache
  • Hohe Festigkeit und Haltbarkeit
  • Leicht zu reinigen
  • Geschmacks- und Geruchslosigkeit
  • Möglichkeit der Anpassung im Wechselgebiss und an festsitzende kieferorthopädische Apparaturen

Welches Material ist beim Zahnschutz  im Eishockey empfehlenswert?

Grundsätzlich besteht der Zahnschutz im Eishockey aus Kunststoff. Einige Spieler stört jedochder Plastik-Geschmack des Mundschutzes. Aus diesem Grund existieren Produkte mit unterschiedlichen Aromen, z.B. Erdbeere oder Himbeere.

Konfektionierter Mundschutz

Der konfektionierter Mundschutz wird industriell in vorgegebener Form und vielen verschiedenen Größen hergestellt, hat aber nahezu keinerlei weiterer Veränderungsmöglichkeit zum bequemen Anpassen an den Mund des jeweiligen Nutzers. Die einzige Anpassungsmöglichkeit besteht im Bearbeiten mittels Messer oder Schere.

Vorteile

  • Kostengünstig
  • Ohne Wartezeit erhältlich

Nachteile

  • ungenaue Passform
  • verteilt eine auftreffende Belastung ungleichmäßig
  • liegt lose im Mund
  • hält ausschließlich durch Zusammenbeißen der Zähne
  • kann leicht Scheuerstellen im Mund erzeugen
  • kann zu Verkrampfungen im Mund führen
  • überlastet einzelne Zähne

Mundschutz aus thermoplastischem Material

Mundschutz aus thermoplastischem Material („Boil & bite“) gibt es in vorgefertigter Form und verschiedenen Größen, das nach dem Erhitzen in den Mund gesteckt und durch Andrücken modelliert wird. Er kann dadurch besser als ein konfektionierter Mundschutz an die Form des Gaumens angepasst werden. Neuere Modelle gelten als durchschnittlich passend. Beim missglückten Anpassen kann der Mundschutz erneut durch Erwärmen angepasst werden.

Vorteile

  • Kostengünstig (7 bis 25 €)
  • Ohne Wartezeit erhältlich

Nachteile

  • lockerer Sitz im Mund
  • geringe okklusale Stärke
  • nur Schlagabsorption
  • keine Kraftverteilung
  • kein Schutz für das Zahnfleisch
  • umfasst nicht den gesamten Gefahrenbereich im Mund
  • im Extremfall kann durch die fehlende Passform ein auftreffender Schlag verstärkt werden

Mundschutz aus Zweikomponenten-Kunststoff

Der Mundschutz aus Zweikomponenten-Kunststoff härtet nach Verrühren zweier Komponenten durch Polymerisation aus.

Vorteile

  • Kostengünstig
  • Ohne Wartezeit erhältlich
  • Schlagabsorption

Nachteile

  • bei missglücktem Einpassen nicht mehr verwendbar
  • durch nichtabgerundete Ränder kann das Zahnfleisch verletzt werden
  • lockerer Sitz im Mund
  • geringe okklusale Stärke
  • keine Kraftverteilung
  • kein Schutz für das Zahnfleisch
  • umfasst nicht den gesamten Gefahrenbereich im Mund
  • im Extremfall kann durch die fehlende Passform ein auftreffender Schlag verstärkt werden

Individuell angefertigter Mundschutz

Der individuell angefertigter Mundschutz. wird in Zusammenarbeit durch Zahnarzt und Zahntechniker angefertigt. Der Zahnarzt nimmt einen Abdruck der Zähne und des Kiefers. Der Abdruck wird ausgegossen und ein Gipsmodell angefertigt, das die Mundsituation wiedergibt. Auf diesem Modell kann der Zahntechniker einen exakt angepassten Mundschutz anfertigen.

Vorteile

  • Sehr gute Passform durch individuelle Herstellung im zahntechnischen Labor
  • Fängt Schläge auf und absorbiert die Schlagkraft
  • zwischen verschiedenen Modelltypen wählbar, abhängig von Alter, Sportart und Leistungslevel

Nachteile

  • Höhere Kosten (150–200 €)
  • Wartezeit zur Anfertigung

Mundschutz beim Eishockey auch für Kinder?

Den Mundschutz gibt es normalerweise in zwei Größen: Junior und Senior. Einen Senior-Größe nimmt man, wenn die Schneidezähne bereits die zweiten Zähne sind und weitestgehend ausgewachsen sind. Das ist i.d.R. ab einem Alter von ca. 11 Jahren der Fall. Vorher nimmt man einen Junior Mundschutz. Es gibt auch speziellen Zahnschutz für Spangenträger in dieser Rubrik.

Wie pflegt man den Mundschutz?

Nach dem Gebrauch können Speichelanhaftungen am Mundschutz mit Wasser abgespült werden. Der Mundschutz kann mit einer Zahnbürste und Seife auf der Innen- und Außenseite gereinigt werden, jedoch ist Zahnpasta wegen der darin enthaltenen Schleifkörper nicht geeignet. Beim Trockenenföhnen besteht die Gefahr der Verformung. Es können auch Reinigungstabletten für Zahnprothesen verwendet werden.

Geschichte und Anwendung in anderen Sportarten

Ein Vorläufer des heutigen Mundschutzes wurde 1890 von Woolf Krause, einem Londoner Zahnarzt, entwickelt, um Boxer vor Lippenrissen zu schützen. Das Design des modernen Mundschutzes begann in den 1970er Jahren mit den Arbeiten von A. W. S. Wood, einem kanadischen Kinderzahnarzt, der die Kinderzähne beim Hockeyspiel besser vor Verletzungen schützen wollte. Bei vielen Sportarten schreibt das Reglement die Verwendung eines Mundschutzes vor, in anderen Fällen ist der Gebrauch sogar gesetzlich verpflichtend. In Schulen wird das Tragen eines Mundschutzes während der Ausübung bestimmter Sportarten oft auch in der Schulordnung festgeschrieben.

Mundschutze werden bei vielen Sportarten benutzt, in denen vorsätzliches oder versehentliches Aufprallen (Schläge, Stöße, Hiebe) gegen Gesicht und Kiefer Verletzungen bis hin zur Arbeitsunfähigkeit verursachen können. Derartige Stöße können unter anderem bei Kampfsportarten wie Boxen oder Wrestling, sowie bei vielen Ballsportarten vorkommen, wie Rugby, Football, Fußball, American Football, Australian Football, Lacrosse, Handball, Basketball oder Hockey. Ein Mundschutz kann im Falle einer Gehirnerschütterung durch Schlag auf den Kiefer das Ausmaß der Verletzung reduzieren. Auch Inlineskating, Skateboarding oder Mountainbiking führen häufig zu Kiefer- und Zahnverletzungen.

Zusammenfassung

Ein Zahnschutz oder Mundschutz unterscheiden sich grundsätzlich nicht – dies sind nur unterschiedliche Begriffe für das gleiche Produkt. Ein Mundschutz schützt die Zähne, insbesondere die Schneidezähne. Ob es ein Puck, Ball oder ein Schläger ist, der mal unglücklich das Gesicht trifft muss gesagt werden: Platzwunden verheilen schnell, ein abgebrochener Zahn ist höchst ärgerlich und schmerzhaft. Daher ist der Zahnschutz oberste Schutz Pflicht für den Hockeyspieler. Viele Trainer erlauben eine Teilnahme beim Hockeytraining ohne einen Mundschutz gar nicht mehr.